Sandra & Klaus

„Was zählt, ist nicht, woher wir kommen. Sondern, was wir füreinander tun.“

Auf den ersten Blick scheinen Klaus und Sandra wenig gemeinsam zu haben. Er: 75 Jahre alt, weiß, grauer Bart, lange Haare, mit wachen, klugen Augen hinter seiner Brille. Sie: 56 Jahre alt, gebürtig aus Senegal, mit strahlendem Lächeln und großer Herzlichkeit. Zwei Menschen, die man vielleicht nicht sofort in dieselbe Geschichte schreiben würde. Und genau darum geht es bei den einander.Aktionstagen: hinter den ersten Eindruck zu schauen.

Was verbindet sie? Ist es Gartenarbeit oder Töpfern? Vielleicht ist es, Gedichte schreiben? Klingt möglich – ist es aber nicht. Die Antwort ist viel unspektakulärer. Und gerade deshalb so stark: Klaus und Sandra sammeln gemeinsam Müll im Herzogenried und betreiben so aktiv Stadtteilpflege.

Sandra mit Besen und Klaus mit Warnweste und orangefarbenem Müllsack vor einem Wohngebäude.
© Lys-Y-Seng

Seit Jahren engagieren sich beide ehrenamtlich bei den „Umweltpaten“ und sorgen dafür, dass ihr Stadtteil sauber bleibt. Sie heben auf, was andere liegen lassen. Sie gehen durch Straßen, Grünflächen und Wege – nicht, weil es jemand von ihnen verlangt, sondern weil sie Verantwortung übernehmen. Für das Viertel, in dem sie leben. Für die Menschen, die Respekt verdienen.

Was wie eine kleine Geste wirkt, ist in Wahrheit ein großes Zeichen. Denn Müllsammeln ist mehr als Aufräumen. Es ist eine Haltung. Eine stille, konkrete Form von Zusammenhalt. Wer sich bückt, um etwas aufzuheben, hebt auch etwas anderes auf: die Idee, dass uns unser Miteinander nicht egal sein darf.

Sandra und Klaus fegen mit Besen einen Gehweg, Klaus trägt eine Warnweste und einen orangefarbenen Müllsack und sammelt Müll auf.
© Lys-Y-Seng

Und bei Klaus und Sandra endet dieses Engagement nicht am Straßenrand. Beide sind fest verwurzelt im Herzogenried, achten auf Nachbarinnen und Nachbarn, helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Sandra betreut als Tagesmutter Kinder an sieben Tagen in der Woche. Klaus bringt als Nikolaus Kinderaugen zum Leuchten und pflegt einen kleinen Nutzgarten für alle. Und auch das bedeutet Stadtteilpflege, nämlich das echte Interesse an den Menschen, die nebenan sind.

Ihre Verbindung ist kein Zufall, kein Hobbytrend, keine Schlagzeile. Sie ist gelebte Nachbarschaft.

Klaus und Sandra zeigen: Gemeinsamkeit entsteht nicht dadurch, dass Menschen gleich sind. Sondern dadurch, dass sie füreinander und für ihren Stadtteil da sind. Genau darin liegt die Kraft einer offenen Stadtgesellschaft. Und vielleicht auch die schönste Antwort auf die Frage: Was verbindet uns?

einander.Aktionstage – Mannheim verbindet: 77 Veranstaltungen in Mannheim vom 24.09. bis zum 25.09.2026 rund um die Themen des Miteinanders in Vielfalt.

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